Gustav Adolph Ladiges (*1854 +1935)
Gründer 1885 und Inhaber bis 1928.
Porträt: Vera Ladiges-von Thielau,
Öl auf Leinwand, 1930.

1885 eröffnete der Kaufmann Gustav Adolph Ladiges in Glückstadt an der Unterelbe eine Handlung für Glaswaren und Beleuchtungsartikel en gros & en detail. 1889 verlegte er den Geschäftssitz in die Freie und Hansestadt Hamburg, und ließ die Firma Adolf Ladiges Grosshandlung für Beleuchtungskörper und Beleuchtungsglas unter der Nr. 6896 in das Handelsregister eintragen.

Das Betriebsgrundstück im Hamburger Schanzenviertel erwarb und bebaute Gustav Adolph Ladiges in den Jahren 1905 bis 1915. In den Folgejahren erfuhren die Gebäude zahlreiche Umbauten und Erweiterungen. Ab 1990 wurde das Haus unter Bewahrung der historischen Bausubstanz entkernt, saniert und modernisiert. Es ist heute zeitgemäßer Firmensitz in einem lebendigen Stadtgebiet.

Das Unternehmen wächst: Im Jahr 1898 weisen Kontobücher bereits Geschäftsverbindungen nach Tondern und Apenrade im heutigen Dänemark aus. Der Katalog aus dem Jahr 1906 enthält ein großes Sortiment von Gasbeleuchtungs-Artikeln, Petroleumlampen und Zubehörteilen für elektrisches Licht.

Einen breiten Raum nahm die Lieferung von Beleuchtungsglas ein. Gustav Adolph Ladiges beteiligte sich an einer Glashütte in Weiswasser/Lausitz und vertrieb die Beleuchtungskörper in Hamburg und Berlin.

Das Kontobuch von Adolf Ladiges aus dem Jahr 1898 zeigt Eintragungen über Lieferungen an Kunden in Tondern und Apenrade. Es dokumentiert Geschäftsverbindungen, die bis in das - seit 1866 zu Preußen und von 1871 bis 1922 zum Deutschen Reich gehörende - südliche Dänemark reichten.


Ansicht des Geschäftshauses Adolf Ladiges in der Susannenstraße aus dem Jahr 1905. Rechts die Schanzenstraße mit dem 1903 erbauten Bahnhof Sternschanze, an der Verbindungsbahn vom neuen Hamburger Hauptbahnhof zum preußischen Bahnhof Altona. Postkartenzeichnung in fotorealistischer Manier.

Hans Ladiges (*1888 +1972)
war von 1928 bis 1966 Inhaber und bis
1972 geschäftsführender Gesellschafter.
Porträt: Vera Ladiges-von Thielau,
Öl auf Leinwand, 1950.

Das Katalogblatt aus dem Jahr 1934 zeigt Leuchten aus bronziertem und patiniertem Messing mit umsponnenen Leitungen, passend zu wuchtigen, schwarzdunklen Eichenmöbeln. Die frei strahlenden Glühlampen galten als fortschrittlich.


Hans Friedmann (*1913 +2005)
trat 1951 in die Firma Adolf Ladiges
ein und war seit 1967 Teilhaber
und von 1972 bis 1982
geschäftsführender Gesellschafter.

Nach dem zweiten Weltkrieg belieferte LADIGES den Elektro-Einzelhandel in Hamburg, Bremen, Ostfriesland und Schleswig-Holstein mit Wohnraumleuchten. Dieser Geschäftszweig hatte jedoch bald seinen Höhepunkt überschritten und wurde durch den Vertrieb technischer Leuchten abgelöst.

Systematische Lichtplanung durch qualifizierte Fachleute zählt seit 1972 zum Dienstleistungsangebot von LADIGES.

Der Umschlag des Kataloges von 1968 zeigt in künstlerischer Verfremdung eine so genannte Langfeldkrone. Der Lichtstrom der hier abgebildeten fünf und mehr vertikal freistrahlenden 38mm Leuchtstofflampen erhellte Foyers und Säle. Die Blendung durch hohe Leuchtdichten war beträchtlich.

Ladiges um 1960. Die Verkaufs- und Ausstellungsräume im Erdgeschoss und im Obergeschoss,
dem "Musterzimmer", standen auch Privatkunden offen - wenn sie einen Einkaufsausweis ihres Elektroinstallateurs vorlegten.

Ab 1983 wurde eine leistungsfähige EDV-Organisation aufgebaut und  zur Ablauf- und Projektsteuerung in einem IT-Netzwerk optimiert. 1994 ging LADIGES.DE, eine gestaltete Website, ans Netz. 1996 implementierte LADIGES ein zertifiziertes Qualitätsmanagement nach ISO 9001. Ab 2003 folgten CAD-Arbeitsplätze, Tools für Raytracing und Lichtsimulation.

Heute ist LADIGES Systemhaus für Architekturbeleuchtung und Lichttechnischer Großhandel. Beliefert werden das Elektrohandwerk, gewerbliche und industrielle Auftraggeber, Unternehmen des Gesundheitswesens und Einrichtungen der Öffentlichen Hand in Städten und Gemeinden.

Hans-Christian Friedmann
Geschäftsführender Gesellschafter seit 1983
Foto: Christian Stelling

Im Jahr 2000 wurden die Geschäftszweige neu geordnet und zukunftsicher aufgestellt:

  •  LADIGES GmbH & Co. KG: Lichttechnischer Großhandel und Systemhaus für Architekturbeleuchtung
  • Friedmann Licht GmbH: Verwaltung und Geschäftsführung
  • Adolf Ladiges GmbH & Co. KG: Gebäudemanagement                       
  • Friedmann & Ladiges GmbH: Verwaltung und Geschäftsführung

2005 erhält LADIGES durch Beteiligung der FAMO-Unternehmensgruppe für Elektro- und Gebäudetechnik einen starken Partner. Gleichzeitig ist LADIGES Mitglied der MITEGRO, der führenden Marktgemeinschaft selbständiger Unternehmen des Elektrogroßhandels.